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Naturnahe Schulhofgestaltung

Bei der Entwicklung des Schulprofils für die 1994 neu erbaute Schanhollenschule erhielt der Punkt der naturnahen und kindgerechten Gestaltung des Schulgeländes besondere Gewichtung. Dabei war pädagogische Leitidee, das Schulgelände als umfassenden Lernort zu sehen, der der Erholung, der Bewegung, dem Spiel, der Ruhe, der Kommunikation, dem Unterricht im Freien, der Gartenarbeit und der Naturbeobachtung dienen kann.

Innerhalb der ersten sechs Jahre von 1994 bis 2000 erarbeiteten Lehrer, Eltern, Schüler in Zusammenarbeit mit dem Hausmeister, der Stadtverwaltung und außerschulischen Fachleuten ein langfristiges Konzept für eine naturnahe Schulhofgestaltung und setzten es gemeinsam in die Tat um.

Mit unserem Baustein liegen wir 2010  nach 16 Jahren noch voll im Trend: Das "Jahr der Biodiversität" macht den Erhalt der Artenvielfalt unserer Erde zum Thema. Dieses Jahresmotto, das sich die vereinten Nationen und natürlich auch unsere Bundesregierung gesetzt haben, ist bei uns im Schulprogramm bereits fest verankert.

 

 

Kinder sind die  Entscheidungsträger der Zukunft. Sie sollten als Heranwachsende einen emotionalen Zugang zu ihrer natürlichen Umwelt gewinnen. Nur dann werden sie sich einmal verantwortlich fühlen und sich für den Erhalt des Artenreichtums dieser Erde einsetzen.

 

Blumenwiese
Hier können Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Grashüpfer und Käfer beobachtet werden.  

 

Vogeltränke

Auf der großen Blumenwiese haben wir eine flache Mulde als Tränke für Vögel und Insekten angelegt. Auch ein Bergmolch war dort schon zu Gast.

 

Kompostsilos 
Sie wurden selbst gebaut und hier landen alle organischen Abfälle aus Garten und Klassenräumen. Die fertige Komposterde düngt unsere Pflanzen.

 

Totholzstapel
Hier wachsen viele Pilzarten, die ganz komische Namen haben: Schon mal was vom Warzigen Drüsling, der Kohlenbeere oder der Geweihförmigen Holzkeule gehört?

 

Nisthilfen
Für Meisenarten haben wir mehrere Nistkästen aufgehängt.

 

Hotel zur Wilden Biene

Im Frühjahr 2006 bauten die damalige Klassen 4a und   3b während einer Projektwoche dieses große Insektenhotel unter der Anleitung und Betreuung von Herrn Norbert Franzen.

Die finanzielle Unterstützung   dieses Großprojektes erhielten wir im Rahmen der Projektförderung durch die Sparkasse Kierspe.

Eine Woche lang wurde gesägt, gehämmert, gemessen, gegraben, geschnitten und mit Bohrmaschinen gebohrt. Alle waren mit Feuereifer dabei!

Lehm, Wasser und Häcksel wurden in großen Bottichen mit blanken Füßen   vermengt. Das war ein Erlebnis der besonderen Art: Manche Kinder wollten aus dem Bottich gar nicht mehr raus! Gut, dass die ganze Woche die Sonne schien, da konnten alle Arbeiten im Freien verrichtet werden!

Nachdem das Lehmfachwerk aufgebaut, die durchbohrten Lehmziegel von den Kindern eingemauert und die Holzscheiben eingeschichtet worden waren, sah das Haus schon toll aus.

Nun bekam das Insektenhotel noch eine professionelle  Dachbegrünung.

Alle Arbeiten wurde mit Anleitung von Herrn Franzen fast ausschließlich von den Kindern ausgeführt. Mitgewirkt haben natürlich auch die  Klassenlehrer Herr Jackmann und Frau Barth,   unser Hausmeister Herr Kewitz sowie Herr Sauer und engagierte Eltern.

Auf dem anschließenden Schulfest wurden die Eltern und anderen Gäste von den Kindern  bestens über das Leben der Wildbienen informiert und sie konnten auch einen eigenhändig gebohrten Holzklotz  oder bienenfreundliche Stauden  erwerben.  

Inzwischen sind schon viele Mauerbienen  eingezogen und die Kinder beobachten in den Pausen im Schaukasten, wie die friedlichen   Bienchen ihre Kinderzimmer eingerichtet haben.         

 

Klassenbeete
Jede Klasse hat ein Stückchen Garten zur eigenen Verfügung. Blumen, Stauden, Kräuter oder Gemüse, einige Himbeeren, Brombeeren und Beerensträucher werden gehegt und gepflegt.

Manchmal sind die Wildkräuter etwas schneller als die von Schnecken geplagten Buschbohnen oder Salatpflanzen. Aber dann freuen sich auch die Wildbienen über Nachtkerzen und Mohnblumen, Ackersenf und Wilde Karden!

Leider profitieren neben den Schnecken auch manche Mitbürger in den stillen Nachmittagsstunden ein wenig von unserem „offenen“, uneingezäunten Garten. So kam es leider vor, dass einige Kartoffelpflanzen oder Rhabarberstangen ausgerissen wurden, bevor die fleißigen Gärtner den Lohn ihrer Mühe ernten konnten.

Dennoch gab es schon manch leckere Bratkartoffeln, Johannisbeer-Pfannkuchen, Zucchinisuppen, Bohnensalat, Brombeerquarkspeise, Pfefferminztee, Kräuter-Brötchen, Rharbarberkuchen,  Bärlauchpesto und Topinambursalat. Viele Walderdbeeren und Johannisbeeren  fanden in den Pausen ihre begeisterten Anhänger bei unseren Kindern.

Und ganz nebenbei erfahren die Kinder bei der Arbeit im Garten etwas über das Leben der Regenwürmer, begeistern sich am Farbenspiel der Schnirkelschneckenhäuser und entdecken plötzlich das riesige Radnetz einer Kreuzspinne. Sie finden die Raupe des Weinschwärmers und lassen metallicblaue  Minzenblattkäfer über ihre Finger laufen.  Diese Naturerfahrungen sind unersetzlich!

 

Einheimische Bäume und Sträucher 

Rund um unsere Schule wurden verschiedene einheimische Bäume und Sträucher angepflanzt. Schlehen und Haselsträucher, Holunder und Heckenrosen, Walnussbäume, Eiche, Esche, Eberesche, Linde und viele mehr.

Wenn plötzlich kleine Namenschilder an den Zweigen „wachsen“, wundern Sie sich nicht: Hier waren Schüler/innen unterwegs, die gerade  die Namen der Pflanzen kennen gelernt haben.

So prägen sich die Kinder ganz nebenbei ein, wie manche Pflanzen blühen und welche Früchte im Herbst für Vögel und Menschen essbar sind.

Wir haben im Laufe der Zeit schon Holunderbeeren- Gelee, Hagebutten- Marmelade, Schlehen-Gelee und Brombeer-Quark hergestellt. Die Zutaten wachsen auf dem Schulgelände!

 

Die Weiden- Labyrinthe

Vor einigen Jahren wurde die Hälfte der Rasenböschung   in ein Weidenlabyrinth verwandelt.   In einem zweitägigen, großen Arbeitseinsatz mit Eltern, Kindern und Lehrern  wurden Wege angelegt, mit Rundhölzern abgefangen, mit Rindenmulch abgestreut und mit Weidenruten umsteckt. Im Laufe der Jahre entstanden schattige Gänge, die auch heute noch als Versteck und zum Durchlaufen einladen. Die weichen Ruten der Weiden berühren dabei die Haut.

Die Weidenzweige können waagerecht verflochten werden. Grüne Wände und Decken entstehen und bieten den Kindern eine andere Wahrnehmung als die freie Fläche der Straßen und der asphaltierten Plätze. Wenn die Wege mit frischem Rindenmulch oder Häcksel abgestreut worden sind, bieten sie den Füßen eine federnden Untergrund. Im Sommer bieten die Gänge lichten Schatten.

Die Kinder lieben es,  im Weiden-Labyrinth Verstecken und Fangen zu spielen. Deshalb haben wir beim Garteneinsatz im Herbst 2009 noch einen weiteren Weidengang  neben dem Tastpfad angelegt.

 

Barfußpfad  

Im Sommer 2009 entstand auf Initiative von Frau Vedder (SGV) in gemeinsamer Absprache mit der Lehrerschaft ein Barfußpfad. Auf dem Gelände rund um das Baumstamm – Viereck  bauten die Mitglieder des Berufsförderungswerkes (BfW) einen befestigten Weg mit vielen Feldern. Verschiedene Pflasterungen und eingefüllte Materialien luden im Sonnenschein zum Barfußlaufen, Tasten  und Raten ein. Eingerahmt wird dieser Fühlpfad durch den neuen Weidengang. Wir hoffen, dass die Weidenstecklinge Wurzeln schlagen und im Frühjahr austreiben werden.



 

 

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